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Das Wasserkreuz
Der „Sprung über die Emscher“ ist mehr als eine Brücke: Er markiert einen der komplexesten Punkte des regionalen Wasser- und Infrastrukturwandels – das sogenannte Wasserkreuz. Hier treffen drei Ebenen aufeinander: Oben führt die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher. Unter Kanal und Fluss verläuft in 18m Tiefe der neue "Abwasserkanal Emscher".
Ein nationales Projekt des Städtebaus
Der Entwurf für die Brücke stammt von der Planungsgemeinschaft bestehend aus dem Architekturbüro DKFS (London), Schüßler-Plan (Düsseldorf), und den Smeets Landschaftsarchitekten (Erftstadt). Zum offiziellen Eröffnungstermin am 30. September 2024 sagte Klara Geywitz, damalige Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Der Emscher-Umbau ist ein Vorzeigeprojekt des Städtebaus. (…) Das Brückenbauwerk ‘Sprung über die Emscher’ ist eine sichtbare Landmarke, ein Symbol für das gemeinschaftlich Erreichte und ein würdiges Premiumprojekt des Städtebaus.“ Die Gesamtkosten betrugen rund 12 Mio. €, wovon 8 Mio.€ aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert wurden, das herausragende Orte mit städtebaulicher und symbolischer Strahlkraft unterstützt.
Ein Traum wird Wirklichkeit
Nach dem symbolischen ersten Spatenstich im April 2021 durch Bürgermeister Rajko Kravanja und Emschergenossenschafts-Vorstand Prof. Dr. Uli Paetzel wurden die Einzelteile in 40 Segmenten angeliefert und vor Ort montiert – teils mit 500-Tonnen-Kränen über Wasser und Land. Einen wichtigen Meilenstein markierte im Oktober 2022 das Einschwenken eines 70 Meter langen Mittelträgers (105 t) per Schwimmkran über den Rhein-Herne-Kanal, wofür die Schifffahrt kurzzeitig unterbrochen wurde.
900 Tonnen Stahl gestalten die Landschaft neu
Mit einer Gesamtlänge von 412 Metern und einer maximalen Spannweite von 108 Metern – dem längsten Abschnitt ohne Stützen über den Rhein-Herne-Kanal – wurde die Zügelgurtbrücke ausschließlich für den Fuß- und Radverkehr geplant. Sie besteht aus rund 900 Tonnen Stahl und ruht auf vier 12 Meter hohen Pylonen. Durch ihre geschwungene Linienführung ergeben sich beim Überqueren immer wieder neue Perspektiven auf die renaturierte Emscherlandschaft – ein bewusst gesetztes Gestaltungselement, das den Wandel sichtbar machen soll. Mit Projekten wie diesem wächst im Emscherraum eine neue Landschaft heran – eine, die Vergangenheit einbezieht und Zukunft gestaltet.
Das Emscherland
Die Brücke ist ein zentrales Element des 37 Hektar großen Natur- und Wasser-Erlebnis-Parks, der Teil des „Emscherland“-Freiraumkonzepts ist. Doch nicht nur das fließende Wasser wurde neu gedacht – auch die umgebende Landschaft. Das gesamte Gelände mit dem an die Brücke angrenzenden „Platz der Schichten“ mit Sitzstufen, Pflanzgärten und Streuobstwiesen lädt zum Verweilen ein – und verknüpft Infrastruktur mit Naherholung.
Weinanbau im Ruhrgebiet
Weinbau an der Emscher hat längst wieder Tradition. Was vor zwölf Jahren als kleines Experiment am Dortmunder Phoenix See begann, wächst inzwischen zu einer festen Größe im Ruhrgebiet heran. Nach den ersten Weinbergen in Dortmund entsteht am Wasserkreuz in Castrop-Rauxel nun der größte Emscher-Weinberg: 6.700 Reben wurden dort bereits gepflanzt. Der ökologisch angebaute Wein fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern steht auch symbolisch für den Wandel der Region – vom einstigen Industriefluss zur lebenswerten Kulturlandschaft.
Die Emscher: Hochwertige Stadtlandschaften entstehen
Die Emscher entspringt südöstlich von Dortmund, durchfließt auf ihrem Weg durch das Ruhrgebiet unter anderem Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herten und Bottrop und mündet nach 83 Kilometern bei Dinslaken in den Rhein. Im Zuge der Industrialisierung des Ruhrgebiets vor mehr als hundert Jahren wurde aus der vormals natürlich fließenden Emscher und ihrer Zuflüsse ein System offener Abwasserkanäle. Mit dem Rückgang des Bergbaus und dem Ende der Bergsenkungen ist es nun wieder möglich, das Abwasser in geschlossenen Kanälen abzuführen und das Gewässersystem naturnah umzubauen. Durch das Generationenprojekt Emscherumbau wurde der Fluss vom Abwasser befreit. Heute entsteht im gesamten Einzugsgebiet der Emscher und ihrer Nebenläufe eine lebenswerte Stadtlandschaft mit vielen neuen Freizeitmöglichkeiten. Eine Fahrt auf dem gut ausgebauten Emscher-Weg, der Ausblick vom EMSCHERKUNST Walkway and Tower von Tadashi Kawamata in Recklinghausen-Suderwich oder ein Besuch im ehemaligen Kläranlage Bemündung, wo heute mit dem BernePark ein spektakulärer Ort der Begegnung entstanden ist. Die neue Emscher hat viel zu bieten!
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Zieladresse: Industriestraße 39, 44581 Castrop-Rauxel